Warum gutes Marketing aus gewöhnlichen Produkten eine starke Marke macht.
Ich glaube, wir machen uns beim Markenaufbau manchmal unnötig das Leben schwer. Wir suchen nach der perfekten Marktlücke, nach einem Produkt, das noch niemand hat oder nach einer Zielgruppe, die noch niemand anspricht.
Was ist denn aber, wenn es euer Produkt schon 50 Mal gibt und die Konkurrent ähnliche Versprechen gibt?
Wir schauen uns heute an, wo Differenzierung wirklich entstehen kann, warum eine andere Perspektive auf euer Produkt manchmal mehr verändert, als ein neues Produkt selbst und welche Rolle Positionierung, Storytelling und Bildsprache dabei spielen.
Wozu braucht man eigentlich eine Marktlücke?
Wenn Menschen ein Bedürfnis haben, für das es bisher kein passendes Angebot gibt, kann daraus eine gute Produkt- oder Geschäftsidee entstehen und genau hier liegt für mich schon ein kleines Missverständnis. Wir verbinden die Suche nach einer Marktlücke schnell damit, dass wir etwas komplett Neues erfinden müssen.
Was fehlt noch auf dem Markt?
Welche Funktionen gibt es noch nicht?
Und dann denken wir nur noch über das Produkt nach. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten sich von der Konkurrenz abzuheben, indem wir bestimmen, wie wir die Produktkategorie kommunizieren und was bisher noch nicht erzählt wurde.
Wie kann sich eine Marke differenzieren, wenn das Produkt nicht neu ist?
Ein Unternehmen kann sich über die Positionierung, Zielgruppe, Markenwerte, Geschichte, Markenerlebnis oder über die visuelle Kommunikation vom Wettbewerb unterscheiden. Und das, obwohl Produkt und Botschaft vielleicht genau identisch sind.
Nehmen wir einen Pflanzentopf als Beispiel. Wenn wir ihn klassisch vermarkten, beantworten wir ziemlich schnell die offensichtlichen Fragen:
- Wie sieht der Topf in der Wohnung der Kunden aus?
- Kommt die Pflanze darin schön zur Geltung?
- Passt der Topf zum Stil der Wohnung?
Solche Fragen sind vorhersehbar, weil sie den offensichtlichen Nutzen und den offensichtlichen
Kontext zeigen. Wenn man sich aber fragt, was die Kunden mit dem Produkt verbinden und welche Emotionen sie durch das Produkt erleben, nimmt es das Produkt aus dem üblichen Kontext hinaus und wir können eine völlig andere Möglichkeit entdecken, das Produkt zu positionieren
Was passiert, wenn wir ein Produkt anders erzählen?
Positionierung bedeutet, auch zu hinterfragen, welche Rolle das Produkt im Leben der Menschen spielen soll und unter dem Aspekt kann sich auch die Bedeutung und Differenzierung verändern. Wie sieht der Alltag also von der Zielgruppe aus, die sich einen Pflanzentopf kauft?
„Ich komme aus diesem gemütlichen kleinen Pflanzenladen hinaus, habe mir vorgenommen, nur eine Einzige zu kaufen und jetzt laufe ich durch die Stadt, drei Pflanzentöpfe unter den Armen geklemmt und denke mir: Wie cool muss ich bitte aussehen? Die Pflanze, der Topf, mein Outfit, die Stadt um mich herum.“
Und das wäre die Geschichte. So fühlst du dich, wenn du ihn frisch gekauft nach Hause trägst. Das Produkt wird hierbei kein bisschen verändert. Es wurde die Geschichte verändert, einen Topf nur als Gegenstand zu betrachten, der später irgendwo in der Wohnung herumsteht. Durch die Produktbilder nimmt man die Zielgruppe mit in eine neue Welt, als Teil eines Lebensgefühls oder der eigenen Identität.
Warum ist Positionierung für eine Marke so wichtig?
Eine Positionierung entscheidet, wofür das Produkt in den Köpfen der Zielgruppe steht. Ein Pflanzentopf kann z.B. für das Design stehen, Individualität, ein bestimmter Lifestyle, aber auch hier muss man genauer hinschauen, um die besondere Note aus der Positionierung herauszukitzeln.
Denn hinter der Pflanzenliebe steckt viel mehr als nur die Frage, wo man noch Platz für die nächste Pflanze hat und wie der Topf zur Pflanze passt. Die Wohnung steht voller verschiedener Pflanzen, von der jede einen eigenen Namen hat und einen bewusst ausgewählten Topf. Die Zielgruppe sammelt bestimmte Sorten, nach exklusiven Töpfen für ihre Sammlung, sie geht mit Freunden Pflanzen shoppen, tauscht Stecklinge, zieht Pflanzen von klein an groß, und freut sich über jedes kleine neue Blatt, was man sofort den Menschen erzählt, die genauso von Calatheen & C begeistert sind wie sie selbst.
Positionierung entscheidet also auch darüber, wie man eine Welt für die Zielgruppe erschafft
und welche Bedeutung man dem Produkt geben kann.
Wie kann eine Bildsprache die Markenstrategie positiv beeinflussen?
Bilder sind oft der erste Kontakt, den die Endkunden mit einem Produkt haben. Denn noch bevor
eine Produktbeschreibung gelesen wird, ist durch das Scannen eines Bildes schon ein erster Eindruck entstanden, der darüber entscheidet, ob das Produkt für den Kunden interessant, relevant, vertraut oder doch austauschbar ist. Genau deswegen lohnt es sich, die Bildstrategie von Beginn an mitzudenken.
Jedes Bild erfüllt am Kaufprozess eine Aufgabe und das lässt sich wieder gut an unserem Pflanzentopf zeigen. Wenn man verschiedene Farbvarianten verkaufen möchte, braucht es andere Bilder, als für den
Markenaufbau. Und wenn ich möchte, dass Menschen den Topf später auf Instagram, Tiktok, im Shop oder in einer Kampagne wiedererkennen, reicht es nicht, einfach nur schöne Produktfotos zu machen.
Eine Bildsprache sollte konsistent sein, die visuellen Haupt-Elemente immer wiederholen, sich durch verschiedene Touchpoints ziehen und trotzdem verschiedene Aufgaben erfüllen, sowie gleichzeitig eine Einladung für die Zielgruppe sein, um in die Welt der Marke einzutreten
Braucht ein Unternehmen also eine Marktlücke?
Eine gute Antwort auf die Frage ist nicht einfach, dass Marktlücken unwichtig sind, denn es kann schon sinnvoll sein, einen Markt zu finden, in dem ein Bedürfnis noch nicht gut erfüllt wird.
Was kann man aus einem Produkt herausholen?
Betrachte euer Produkt mit den Augen eurer Zielgruppe.
- Was könnte dein Produkt noch bedeuten?
- Welche Geschichte steckt darin?
- Und wie könnte die Geschichte erzählt werden?
Genau dabei unterstütze ich Marken aus dem Home & Living Bereich.
Denn bevor ich ein einziges Bild plane, möchte ich verstehen, wo ihr gerade steht, was ihr erreichen möchtet und welche Rolle die Bilder in eurem Marketing und Verkaufsprozess übernehmen sollen. Daraus entsteht eine Bildstrategie, die eure Marke sichtbar differenziert.
- Ihr habt ein gutes Produkt, aber die Bilder sehen aus wie bei der Konkurrenz?
- Ihr möchtet eure Marke neu positionieren oder eine Bildsprache entwickeln, die wirklich zu euch
passt?
Dann lass uns darüber sprechen. In einem Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf eure Marke, Ziele und darauf, wie wir euer Produktmarketing visuell auf das nächste Level heben können, damit Kunden sofort verstehen, warum sie euer Produkt brauchen.
FAQ
Wie finde ich heraus, ob unsere Produktbilder zu austauschbar sind?
Wie viele unterschiedliche Bildwelten braucht eine Marke?
Müssen Menschen in Lifestylebildern das Produkt immer in der Anwendung zeigen?
Nein, denn Lifestylebilder können viel mehr, als nur die Anwendung und Lösung zu zeigen. Sie können Atmosphäre schaffen, Geschichten erzählen, Haltung zeigen und die Werte einer Marke transportieren und genau dadurch einen ganz anderen Blick auf das Produkt ermöglichen


